Ferienwohnung fotografieren: bessere Bilder, mehr Anfragen
Gäste buchen mit den Augen: Bevor jemand Ihre Beschreibung liest, haben Ihre Fotos schon entschieden, ob er bleibt. Die gute Nachricht: Für überzeugende Fewo-Bilder braucht es keine Profiausrüstung – sondern Licht, Vorbereitung und ein paar handwerkliche Regeln.
Vorbereitung ist die halbe Miete
Fotografieren Sie die Wohnung im Zustand „bereit für den Wunschgast“: aufgeräumt bis in die Ecken, Betten frisch und glatt bezogen, Oberflächen leer (Küchenkrümel, Shampooflaschen, Kabel – alles weg), persönliche Gegenstände raus. Kleine Inszenierung ist erlaubt und wirkt: eine Obstschale, aufgeschlagene Decke, zwei Tassen auf dem Balkontisch, Handtücher gefaltet. Nicht erlaubt: Dinge zeigen, die Gäste nicht vorfinden werden.
Licht: die wichtigste Zutat
Fotografieren Sie am Tag bei bedecktem Himmel oder weichem Vormittagslicht – pralle Sonne erzeugt harte Schatten und ausgefressene Fenster. Alle Vorhänge auf, Rollos hoch, zusätzlich alle Lampen an (das macht Räume warm und lebendig). Blitz aus – er plättet jede Atmosphäre. Wirkt ein Raum düster: Belichtung am Smartphone leicht nach oben ziehen (auf den dunklen Bereich tippen und regeln).
Perspektive und Technik
- Aus der Ecke fotografieren, nicht frontal auf die Wand – zeigt Raumtiefe und mehrere Wände
- Kamera auf Brust- bis Bauchhöhe, gerade halten: stürzende Linien (kippende Wände) wirken unprofessionell
- Querformat für Räume, Hochformat sparsam für Details
- Weitwinkel mit Maß: Die 0,5x-Linse des Smartphones nur dezent nutzen – extreme Verzerrung enttäuscht Gäste vor Ort
- Mehrfach auslösen und zu Hause das beste Bild wählen – Speicher ist gratis
Die richtige Bildstrecke
Denken Sie in der Reihenfolge eines Rundgangs: 1) das stärkste Motiv zuerst (Blick, Terrasse, Wohnraum) – es ist Ihr Titelbild, 2) Wohnbereich aus zwei Perspektiven, 3) jedes Schlafzimmer, 4) Küche, 5) Bad (schwierigster Raum: sauber, trocken, Deckel zu, aus der Tür fotografieren), 6) Balkon/Garten/Ausblick, 7) Außenansicht des Hauses, 8) zwei, drei Umgebungsbilder (Strandweg, Ortskern) mit ehrlicher Bildunterschrift. Zehn bis fünfzehn gute Bilder schlagen dreißig mittelmäßige.
Ehrlichkeit als Strategie
Zeigen Sie die Wohnung, wie sie ist – im besten Licht, aber ohne Tricks. Der Gast, der wegen geschönter Bilder bucht, wird derselbe sein, der enttäuscht reklamiert. Der Gast, der wegen ehrlicher Bilder bucht, wird zufrieden abreisen. Und: Erneuern Sie die Fotos nach jeder Renovierung und alle paar Jahre grundsätzlich – vergilbte Bilder aus einer anderen Einrichtungsepoche kosten Vertrauen.
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